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B2B-Kaufverhalten 2026: Wie Käufer Anbieter prüfen

TrustRadius-Studie 2026 (1.862 Käufer): 94 % prüfen KI-Recherche gegen, Analyst-Reports fast tot. Was das für B2B-Content und Vertrieb bedeutet.

CT
CegTec Team
1. September 2026

Die Zahl, die die Buyer Journey 2026 zusammenfasst

63 Prozent der B2B-Käufer nutzen 2026 KI-Tools, um Softwareanbieter zu recherchieren. Von diesen 94 Prozent prüfen die KI-Antwort trotzdem gegen — sie klicken sich zu einer zweiten, unabhängigen Quelle durch, bevor sie ihr vertrauen. Das ist die zentrale Zahl aus dem TrustRadius 2026 B2B Buying Disconnect Report (HG Insights, Befragung von 1.862 Käufern und 444 Anbietern im Januar 2026, veröffentlicht am 15.07.2026).

Für DACH-Entscheider, die Content- und Vertriebsbudget planen, steckt darin eine unbequeme, aber klare Ableitung: KI hat die Recherche schneller gemacht, nicht leichtgläubiger. Rajat Bhatnagar, SVP Growth bei HG Insights, bringt es im Report auf den Punkt: “Buyers are using AI to move faster, not to think less.”

Was die Studie konkret zeigt

Drei Befunde aus dem Report sind für die eigene Strategie relevant — jeder mit seinem Geltungsbereich, nicht als pauschale Aussage über “alle Käufer”:

KI ersetzt die Recherche nicht, sie verschiebt sie. 63 Prozent der befragten Käufer setzen KI-Tools im Kaufprozess ein. Von dieser Gruppe verifizieren 94 Prozent die KI-Ausgabe zumindest gelegentlich gegen eine weitere Quelle. Die KI liefert die erste Orientierung und beschleunigt die Vorauswahl — sie ersetzt nicht die Bestätigung durch eine unabhängige, nachprüfbare Quelle.

Analyst-Reports sind faktisch aus der Kaufentscheidung verschwunden. Die Nutzung ist seit 2022 um 63 Prozent eingebrochen und liegt jetzt bei 13 Prozent. Ein Format, das früher als Pflichtlektüre vor jeder größeren Software-Entscheidung galt, spielt für die meisten Käufer schlicht keine Rolle mehr.

Peer-Reviews stehen oben, Vendor-Content unten. 74 Prozent der Käufer nutzen Bewertungen von anderen Nutzern zur Entscheidungsfindung. Produkt-Demos, Free Trials und eigene Vorerfahrung runden die Top-Quellen ab. Eigener Vendor-Content — die eigene Website, das eigene Whitepaper — landet laut Studie an letzter Stelle der genutzten Quellen. 83 Prozent der Käufer shortlisten dabei nur drei oder weniger Anbieter, bevor die Detailprüfung beginnt.

Der Report fasst das Muster so zusammen: Käufer wollen die Geschwindigkeit von KI-Synthese, aber die Sicherheit verifizierter Quellen. Beides gleichzeitig — nicht das eine statt des anderen.

Warum das kein Nischenbefund für Software-Einkäufer ist

Wer jetzt denkt, das betrifft nur klassische SaaS-Kaufentscheidungen, verkennt den Mechanismus dahinter. Die Reihenfolge — KI-gestützte Vorauswahl, dann Verifikation über eine unabhängige Quelle — ist exakt die Reihenfolge, die auch KI-Suchmaschinen wie ChatGPT oder Perplexity bei einer Empfehlungsfrage durchlaufen: Sie synthetisieren eine Antwort und zitieren dafür bevorzugt Quellen, die als unabhängig und nachprüfbar gelten. Wie sich diese Verschiebung von klassischem Ranking zu KI-Zitat konkret misst, haben wir in GEO ≠ SEO: Warum Google-Rankings zur Vanity-Metrik werden beschrieben.

Die TrustRadius-Studie ist damit keine isolierte Marketing-Statistik, sondern eine externe Bestätigung eines Musters, das sich auch in den eigenen AI-Sichtbarkeits-Daten zeigt: Domains, die ausschließlich auf eigenen Content setzen, ohne Präsenz auf Bewertungsportalen, Vergleichsseiten oder in Case Studies Dritter, fehlen genau dort, wo die Verifikation stattfindet. Das deckt sich mit der Beobachtung aus B2B-GEO: von Käufern in der KI-Suche gefunden werden — Sichtbarkeit allein reicht nicht, wenn sie an der falschen Stelle der Kaufreise entsteht.

Was das praktisch bedeutet — vier Stellschrauben

Die Konsequenz ist kein Aufruf, weniger Content zu produzieren. Es ist ein Aufruf, ihn an der richtigen Stelle der Buyer Journey zu platzieren.

1. Drittanbieter-Präsenz wird zur Pflichtaufgabe, nicht zur Kür. Wenn Peer-Reviews mit 74 Prozent die stärkste Quelle sind, braucht jede B2B-Vertriebsorganisation eine aktive Strategie für Bewertungsportale (G2, Capterra, OMR Reviews im DACH-Raum) — echte Kundenbewertungen einholen, nicht kaufen. Ein Anbieter ohne sichtbare, aktuelle Bewertungen ist für einen Käufer, der gerade gegenprüft, faktisch unsichtbar.

2. Der Free Trial schlägt das gated Whitepaper. Demos und Free Trials stehen laut Studie ganz oben, Vendor-Whitepaper hinten. Wer die eigene Content-Strategie noch auf E-Mail-gegatete PDFs als Hauptkonversion aufbaut, optimiert für ein Format, das Käufer laut Studie kaum noch zur Entscheidung heranziehen. Ein niedrigschwelliger, kostenloser Test ohne Kreditkarte ist der direktere Weg zur Verifikation, die Käufer ohnehin suchen.

3. Vergleichbare, nachprüfbare Zahlen schlagen Behauptungen. Wenn ein Käufer die KI-Antwort ohnehin gegenprüft, gewinnt der Anbieter, dessen Zahlen sich nachprüfen lassen — echte Case-Study-Kennzahlen mit Kontext (Branche, Zeitraum, Ausgangslage), nicht pauschale Erfolgsversprechen. Ein Vergleich mit konkreten, belegten Kriterien wie im AI-SDR-Tool-Vergleich für DACH ist genau das Format, das sowohl von Käufern als auch von KI-Engines als verifizierbar eingestuft wird.

4. Content-Kapazität wandert von der eigenen Domain zu Drittkanälen. Das heißt nicht, die eigene Wissensdatenbank aufzugeben — GEO-Sichtbarkeit hängt weiter stark an gut strukturiertem eigenem Content. Es heißt, einen Teil der Kapazität bewusst in Kanäle zu verschieben, die der Käufer in der Verifikationsphase tatsächlich konsultiert: Bewertungsportale pflegen, in Vergleichsseiten Dritter präsent sein, Case Studies mit Kundenreferenzen statt nur mit eigenen Aussagen.

Fazit

Die 2026er-Studie widerlegt die bequeme Annahme, KI mache Käufer leichtgläubiger oder Vendor-Content überflüssiger. Sie zeigt das Gegenteil: KI beschleunigt die erste Orientierung, verschärft aber gleichzeitig den Anspruch an Verifizierbarkeit — und genau darin verliert reiner Vendor-Content an Gewicht gegenüber Peer-Reviews, Demos und Free Trials. Wer 2026 noch primär auf die eigene Website als Überzeugungsinstrument setzt, bespielt laut dieser Studie die am wenigsten gewichtete Quelle im Kaufprozess.

Bei CegTec ziehen wir daraus dieselbe Konsequenz, die wir hier beschreiben: der primäre nächste Schritt für einen interessierten Besucher ist kein gegatetes PDF, sondern ein direkt nutzbarer, kostenloser Test des eigenen GTM-Systems.


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Häufige Fragen

Nutzen B2B-Käufer 2026 wirklich mehrheitlich KI im Einkaufsprozess?

Ja, aber mit einer Einschränkung. Laut dem TrustRadius 2026 B2B Buying Disconnect Report (Befragung von 1.862 Käufern und 444 Anbietern, Januar 2026, veröffentlicht 15.07.2026) nutzen 63 Prozent der Käufer KI-Tools während ihres Kaufprozesses. Von diesen KI-Nutzern prüfen aber 94 Prozent die KI-Antwort zumindest manchmal gegen eine zweite Quelle — die Zahl gilt für die KI-Nutzer, nicht für alle befragten Käufer.

Warum verlieren Analyst-Reports als Kaufentscheidungs-Quelle so stark an Bedeutung?

Die Studie beziffert den Rückgang auf 63 Prozent seit 2022, mit einem aktuellen Nutzungswert von nur noch 13 Prozent. Die plausibelste Erklärung: Analyst-Reports sind teuer, selten aktuell und oft anbieter-finanziert. An ihre Stelle treten Quellen, die sich in Minuten statt Wochen prüfen lassen — Produkt-Demos, Free Trials und Peer-Reviews.

Wo stehen Vendor-Website und Vendor-Whitepaper in der Kaufentscheidung?

Laut Studie 'dead last' — also am unteren Ende der genutzten Quellen, deutlich hinter Peer-Reviews (74 Prozent Nutzung), Produkt-Demos, Free Trials und eigener Vorerfahrung. Das heißt nicht, dass eigener Content wertlos ist, sondern dass er in der Kaufentscheidung selten die ausschlaggebende Quelle ist — seine Aufgabe verschiebt sich Richtung Auffindbarkeit und früher Orientierung, nicht finale Überzeugung.

Was ist die praktische Konsequenz für die eigene Content- und Vertriebsstrategie?

Wer nur auf der eigenen Domain publiziert, bespielt die Quelle mit der geringsten Gewichtung in der Kaufentscheidung. Die Arbeit verschiebt sich auf Drittanbieter-Präsenz (Bewertungsportale, Vergleichsseiten, Case Studies mit nachprüfbaren Zahlen), auf einen niedrigschwelligen Free Trial statt eines gated Whitepapers, und auf Content, der von KI-Systemen als zitierfähige Quelle erkannt wird — nicht mehr nur auf mehr Text auf der eigenen Seite.

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